Aufwind-Training

Aufwind wurde als Sonderform des Sozialen Trainings für die Arbeit mit Opfern körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt in der Schule entwickelt. Es ist offen für Jugendliche ab 14 Jahren, die sich in Gefahr befinden, dauerhaft Opfer von Gewalt und Demütigung durch andere Schüler zu werden oder sich bereits in einem Opfer-/Täterkreislauf befinden.

Die Opfer werden aus ihrer passiven Abwehrhaltung herausgelockt, an ihre Stärken herangeführt und ermutigt, Eigenverantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. Sie lernen, die eigene Rolle zu reflektieren, Etikettierungen von sich abzukoppeln und Gefahrensituationen zu erkennen - mit dem Ziel, sich vom Opferstatus zu lösen und den Opfer-Teufelskreis zu durchbrechen.

Bereichsleitung

Christoph Welz

Dipl. Sozialarbeiter / Sozialpädagoge

Mobil:
0151/65232675
E-Mail:
c.welz_at_stiftung-juvente.de

Anmeldungen: André Zeisler

Telefon:
06131/2193824
E-Mail:
stk_at_stiftung-juvente.de

Raus aus der Mobbing-Falle 

In Schulen und sozialen Einrichtungen erfahren viele Kinder und Jugendliche körperliche, psychische und emotionale Gewalt. Sie werden eingeschüchtert, unterdrückt, gedemütigt, ausgegrenzt, geschlagen oder auf andere Art seelisch geschädigt. Die Leidtragenden reagieren oft mit uneffektiver Gegenwehr, Erdulden, Selbstvorwürfen, Krankheit, Schulverweigerung oder (Auto-) Aggression. Aufwind unterstützt Kinder und Jugendliche, die über längere Zeit ausgegrenzt bzw. gemobbt wurden. Das Training bietet ihnen die Möglichkeit, angemessene Selbstbehauptung zu lernen, entstandenes Leid aufzuarbeiten und neue Lebensperspektiven zu entwickeln. Um die Entwicklung der Jugendlichen zu unterstützen, werden die Bezugsfamilien intensiv ins Training eingebunden.

An wen richtet sich das Aufwind-Training? 

Kinder und Jugendliche mit starken Mobbing- und Ausgrenzungserfahrungen geraten in zunehmende soziale Isolation. Verringerung von Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl, Schulangst, Verschlechterung der schulischen Leistungen und psychosomatische Störungen sind Folgen, die sich auf die gesamte Persönlichkeit auswirken. Durch die wahrgenommene Isolierung und Einsamkeit können sich zudem depressive Tendenzen und Passivität entwickeln. Aufwind richtet sich deshalb an Schüler*innen, 

  • die bereits in einer Außenseiterposition sind und sich in Gefahr befinden, dauerhaft zur Zielscheibe von Gewalt und Demütigung durch andere Schüler*innen zu werden  
  • die sich akut in einem Opferkreislauf befinden 
  • die interessiert sind, einer eigenen Opferrolle vorzubeugen 

Die Methode von Aufwind 

Das Aufwind-Training führt die Opfer an ihre Stärken und Ressourcen heran, so dass es ihnen leichter fällt, Eigenverantwortung zu übernehmen. Die Beschäftigung mit der eigenen Opfergeschichte befähigt sie, die Zuschreibung Fremder zu erkennen und diese von sich zu entkoppeln, um sich dann vom Opferstatus lösen zu können. Verhaltensunterstützende Techniken sollen zukünftig helfen, sich angemessen gegen etikettierende Gewalt zu wehren. 

Die wichtigsten Elemente des Aufwind-Trainings sind: 

  • Förderung und Weiterentwicklung vorhandener Ressourcen
  • Sicherheitstraining im Umgang mit Mobbing 
  • Steigerung der Kommunikations- und Konfliktkompetenz 
  • Stärkung von Ausstrahlung und Körpersprache 
  • Der Helfende Stuhl sowie Peer-Group-Coaching 
  • Arbeit mit dem Inneren Team, dem schemapädagogischen Ansatz und dem Ein-Personen-Rollenspiel 
  • Erlebnis- und gruppenpädagogische Aktionen zur Ressourcenaktivierung

Die Ziele von Aufwind 

Aufwind verbessert den Opferschutz für Kinder und Jugendliche, indem der Teufelskreis von Gewalt und Opferdasein im Rahmen des Trainings durchbrochen wird. Der soziale Trainingskurs soll betroffene oder gefährdete junge Menschen für den Alltag stark machen. Ein weiteres Ziel ist die Sensibilisierung in Schulen für das Thema Mobbing. Betroffene Eltern, Lehrer*innen und Schüler*innen lernen Mobbinginterventionstechniken kennen und entwickeln Beratungskompetenzen. 

Das Team von Aufwind

Zum Leistungsteam gehören Mitarbeiter*innen mit abgeschlossenem Hochschulstudium in Sozialer Arbeit oder Sozialpädagogik, Erziehungswissenschaften oder Psychologie mit mehrjähriger Berufserfahrung, davon drei mit Zusatzqualifikation als Aufwind-Trainer*in. Die Stiftung Juvente Mainz gewährleistet die Qualitätssicherung durch ein Fachteam, Supervision und Fortbildung.

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