Antiaggressivitätstraining / AAT

Das Anti-Aggressivitäts-Training (AAT®) richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene, die wegen verfestigtem Gewaltverhalten und wiederholten Gewaltdelikten auffällig geworden sind. Es basiert auf der pädagogisch gezielten, provokativen und konfrontativen Auseinandersetzung der Jugendlichen mit ihren Taten und dem Leid ihrer Opfer. Gleichzeitig gibt das ressourcenorientierte Kompetenztraining ihnen die Chance, sich selbst besser zu verstehen und zu akzeptieren und die Anerkennung der Umwelt zu gewinnen.

Bereichsleitung

Christoph Welz

Dipl. Sozialarbeiter / Sozialpädagoge

Mobil:
0151/65232675
E-Mail:
c.welz_at_stiftung-juvente.de

Teamleitung

Andreas Nicolai

Mobil:
0151/53936470
E-Mail:
a.nicolai_at_stiftung-juvente.de

Anmeldungen: André Zeisler

Telefon:
06131/2193824
E-Mail:
stk_at_stiftung-juvente.de

GEWALTVERHALTEN REFLEKTIEREN 

Das Anti-Aggressivitätstraining (AAT®) ist maßgeschneidert für gewaltbereite Jugendliche und Heranwachsende. Der Ansatz ist opferorientiert und basiert auf der pädagogisch gezielten, provokativen und konfrontativen Auseinandersetzung der Jugendlichen mit ihren Taten und dem Leid ihrer Opfer. Es bietet den Gewalttäter*innen eine dynamische und offensive Streitkultur, die sie als Chance zum Wiedereintritt in die Gesellschaft respektieren. Das anschließende ressourcenorientierte Kompetenztraining gibt ihnen die Chance, sich selbst besser zu verstehen und zu akzeptieren und die Anerkennung der Umwelt zu gewinnen. Rückfalluntersuchungen belegen die Wirksamkeit dieser Methode.

DIE METHODE DES AAT® 

Die Grundidee des AAT® besteht darin, die Jugendlichen so lange zu provozieren und mit ihren Gewaltanteilen zu konfrontieren, bis sie sich von der Gewalt lösen können. Durch den Versuch, die Gewaltverherrlichung der Täter zu erschüttern, ihre Schuldgefühle zu wecken und Mitleid für ihre Opfer zu erzeugen, sollen sie den Spaß an der Gewalt verlieren und Aggressionshemmungen entwickeln. In der Regel betrachten sie diese Art der Streitkultur als Herausforderung und sind bereit, sich in Frage stellen zu lassen – denn „so hat noch keiner mit ihnen geredet.“ Das anschließende Kompetenztraining bietet den Jugendlichen ein Forum, um das eigene Ich zu spüren und zu entwickeln. Sie können lernen, stolz auf sich zu sein, sich auch ohne Gewaltverhalten groß zu fühlen, sich zu mögen und Anerkennung zu gewinnen. Sie sollen zu einer Belohnung für ihre Umwelt werden und als Friedenstrainer auftreten. Im AAT® wird die Persönlichkeit gewaltbereiter und gewalttätiger junger Menschen geachtet und wertgeschätzt – bei gleichzeitiger Verurteilung ihrer gewalttätigen Handlungen.

QUALITÄTSSTANDARDS 

Für das AAT® wurden fachliche Standards erarbeitet, die sich in langjähriger Arbeit bewährt und durchgesetzt haben. Die Methode ist vom Marken- und Patentamt München geschützt und kann sich somit von unzureichend abgesicherten Trainingsmethoden abgrenzen. 

Juvente Mainz gewährleistet die Einhaltung der Standards, zu denen u.a. folgende Punkte zählen: 

  • Das AAT® orientiert sich im Bereich der tertiären Prävention und setzt in Jugendstrafvollzug, Bewährungs- und Jugendgerichtshilfe auf Freiwilligkeit. Zwang als Einstiegssekundärmotivation wird akzeptiert. 
  • Die Teilnehmer müssen kognitiv und sprachlich dem Programm folgen können. 
  • Bei 7 bis 8 Teilnehmer*innen umfasst das Programm 20 Einheiten à 4 Stunden plus 1 Wochenende. 
  • Zum Trainingseinstieg gehören die Motivationsarbeit durch Täter*innengespräche, erlebnispädagogisches, beziehungsaufbauendes „Locken“ sowie eine interessante, spannende, konfrontative Gesprächsführung und Sitzungsgestaltung, z.B. mit Ex-Schläger*innenn oder friedfertigen Kampfsportler*innenn als Co-Trainer. 

AN WEN RICHTET SICH DAS ANGEBOT? 

Das AAT® wurde als ergänzende Maßnahme für Jugendliche und junge Erwachsene entwickelt, die wegen verfestigtem Gewaltverhalten und wiederholten Gewaltdelikten auffällig geworden sind, z.B. mit  

  • Straftaten gegenüber dem Leben 
  • Körperverletzung  
  • Nötigungs- und Raubdelikten 

Auch andere Deliktgruppen, bei denen aggressives Verhalten ein Kernproblem ist, sind angesprochen. Das Auftreten der Jugendlichen ist gekennzeichnet von rücksichtslosem Gewaltverhalten, das dem eigenen Lustgewinn dient und auf Machtgefühlen beruht. Gezielte Einschüchterung, Bedrohung und Angstmachen werden meist zur Selbstwerterhöhung eingesetzt. Gegenüber pädagogischen Interventionen zeigen sich die Jugendlichen resistent. Die Bereitschaft, die Folgen für die Opfer ihres Verhaltens zu reflektieren, fehlt. Nicht aufgenommen werden Jugendliche mit massiven Drogen- und/oder psychiatrischen Problemen. Bei Bedarf werden spezielle Mädchenkurse angeboten.

DAS TEAM VON AAT®

Das Kursteam besteht i.d.R. aus 4–5 Personen: Zwei Mitarbeiter*innen mit abgeschlossenem Hochschulstudium in Sozialer Arbeit/Sozialpädagogik, Erziehungswissenschaft, Psychologie oder Kriminologie, eine/r davon mit qualifizierter Zusatzausbildung als Anti-Aggressivitäts-Trainer*in, 1 bis 2 Co-Trainer*innen und einer/m ehemaligen Gewalttäter*innen.

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